METAL GLORY - Review Unholy Fire

Damaged Justice bringen mich mal wieder in einen Gewissenskonflikt. Ihre Eigenproduktion „Unholy Fire“ ist nämlich nicht das Gelbe vom Ei. Und ich schreibe wirklich nicht gern negative Reviews über Underground Produkte. Manchmal kommt man daran jedoch leider nicht vorbei. Na ja. Die Band muss es ja niemandem beichten. Und ein paar wohlwollende Kritiken fährt man schließlich immer ein. Nur bei mir haben die fünf Jungs aus Wanne Eickel kein Glück.
Traditioneller Power Metal mit einer melancholischen Grundstimmung ist so ungefähr
die Marschrichtung dieser Truppe. Zunächst leidet das Demo an einem mäßigen Sound, der im Zeitalter von digitalen Aufnahmetechniken eigentlich auch mit einem kleinen Budget besser gelingen kann. Sänger und Gitarrist Christian Michalak hat zwar eine schöne warme Stimme, die für die angepeilte Zielrichtung wohl geeignet ist. Doch verfällt er mangels Leistungsvermögen gerade in höheren Lagen manchmal in eine Art bierseeliges Gegröhle. Hier muss noch geübt werden. Die Songs wirken ein wenig geschachtelt. Und die Gitarren müssten meiner Meinung nach mehr tun. Einige Leads sollten noch einmal überdacht und mit ein oder zwei Tönen mehr angereichert werden, um gegen eine breite Masse von Konkurrenzbands anstinken zu können. Ein paar Songs wie der Titeltrack und insbesondere das schön komponierte „Fairy Tale“ zeigen aber durchaus Potential. Dies sollte reichen, um im lokalen Umfeld einige gute Konzerte zu spielen und CDs zu verkaufen. Um mit einem Album größere Schritte zu machen, hätte man vielleicht noch ein weiteres Jahr im Proberaum bleiben sollen.
Schauen wir aber noch ein wenig auf die harten Fakten. Neben erwähntem Frontman besteht die Band aus Carsten Jäkel (g.), Stefan Grill (b.), Ron Michel (key.) und Mario Bänsch (dr.) Sie wurde 1995 gegründet. Zunächst versuchte man sich ein wenig an Punk’n’Roll. Mit steigendem Interesse am eigenen Instrument wurden jedoch metallischere Thematiken angegangen. Es folgten die üblichen JUZ Gigs, das erste Demo und ein Samplerbeitrag. Ende 2000 erschien das zweite Demo „Bloodred Sunrise“. So rockte man sich weiter durch den Underground bis zur Aufnahme von „Unholy Fire“.
Die Idee zu einer Gratwanderung zwischen Power und Gothic Metal ist zwar nicht neu, doch könnte dieser Bereich durchaus frischen Wind vertragen. Wenn Damaged Justice ihren Weg weiter gehen, bläst der vielleicht bald aus Wanne Eckel. Aber frühestens erst beim nächsten Mal.